Kakteen Bestäuben
Kakteen Bestäuben
-"Beschreibe die Bestäubung beim Lophophora"-
Normalerweise benötigt man für die Gewinnung von Samen zwei Elternpflanzen. Lophophora setzen aber auch durch Selbstbestäubung oft Samen an. Bei Selbstbestäubung wird die Narbe einer Blüte mit dem Blütenstaub derselben Blüte oder einer anderen Blüte derselben Pflanze belegt. Eine Bestäubung mit den Pollen einer anderen Pflanze (sollte dann vom Erbgut auch verschieden sein - also kein Ableger.) sind aber stets vorzuziehen. Die Bestäubung sollte durchgeführt werden, wenn die Blüte voll erblüht ist, die Narbenäste geöffnet sind, die Staubgefäße reif sind und die Pollen pulverig wirken. Der beste Zeitpunkt ist bei höchster Lichtintensität, also zwischen 12 und 15 Uhr. Hierzu verwendet man einen Pinsel (am besten ist ein Kamelhaar - Pinsel), der nach jedem Bestäubungsvorgang in einer Alkohollösung (z.B. Spiritus) zu reinigen ist. Statt des Pinsels kann man auch in V-förmig gerissene (nicht geschnitten) Fließpapier-Stückchen verwenden, die dann danach entsorgt werden. Man kann auch mit einer Pinzette Staubgefäße abtrennen und damit die Narbe betupfen. Die Bestäubung ist umso besser je weniger die Narbe berührt wird. Bei zu wenig Pollen auf der Narbe wird einfach nach 1-2 Tagen nochmals bestäubt. Wenn sich die Narbe gar nicht öffnen, so kann man den Griffel auf halber Höhe abschneiden und bringt die Pollen dann reichlich auf die Schnittstelle auf. Pollen lassen sich übrigens eine gewisse Zeit für den nächsten Bestäubungsvorgang aufbewahren. Dies ist dann interessant, wenn die Pflanzen mit ihren Blütenzeiten zu weit auseinander liegen. Hierzu also von der ersten Blüte einige Staubgefäße mit reifen Pollen abschneiden. Diese behutsam in ein Papiertaschentuch legen und trocken im Kühlschrank aufbewahren. Sobald sich die Blüten der anderen Pflanze öffnen kann man dann die Narbe mit diesen Pollen bestäuben. Inwiefern sich diese Methode über einen längeren Zeitraum nutzen lässt, ist noch nicht genau erforscht. Um ungewollte Hybridisierung zu vermeiden, sollte man blühende Pflanzen isolieren oder mit Drahtgeflecht o.ä. vor ungewollter Befruchtung durch Insekten o.ä. schützen. Die bestäubten Pflanzen bleiben so bis zum Abtrocknen der Blüten isoliert.
Man kann auch die Pflanzen „kastrieren“ indem man die Staubblätter der Blüte der Mutterpflanze mittels Spitzpinzette entfernt. Bestäubt wir dann indem man die pollenliefernde Blüte entfernt und damit direkt den Pollen auf die Narbe bringt. Frucht: Die Frucht ist länglich und rosa. Die Frucht erst abnehmen, sobald sie einen ausgereiften und nicht mehr ganz so frischen Eindruck macht – auf jeden Fall aber noch vor dem selbständigen Aufplatzen. Hierzu nimmt man eine Pinzette. Samen: Die Samen müssen nun vom restlichen Fruchtfleisch säuberlichst getrennt werden, da sich hierdurch bei der Aussaat sonst Schimmelpilze bilden könnten. Hier gibt es mehrere Verfahren. Man kann sie mit Hilfe eines Teesiebes aus der Beere in einer schwachen Chinosol - Lösung auswaschen. Anschließend legt man sie auf eine saugfähige Unterlage (z.B. Löschpapier) und lässt sie bei normaler Zimmertemperatur trocknen. Um Schimmelbildung zu vermeiden sollte man die Samen beizen (s.u.) und trocken, bei Zimmertemperatur aufbewahren. Hierzu gibt es im Handel entsprechende Samentütchen. Wichtig ist die genau Beschriftung der Tütchen, am besten mit Angabe des Erntedatums. Bei Lophophora gilt übrigens: je frischer der Samen desto besser, am besten direkt von der Pflanze in die Erde. Samen beizen: Am besten Trockenbeizmittel Zineb oder Captan nehmen. Auch Metiram (z.B. Polyram Combi) und Thiram (z.B. Aatiram) können verwendet werden. Den Samen hierfür in ein kleineres Gefäß (z.B. Tablettenröhrchen) geben und mit geringer Menge (auf 1 g Samen kommen nur 0,002-0,003 g Beizmittel) des Beizmittels schütteln. Das Beizmittel überzieht nun den Samen mit einem feinen Belag. Bei vielen Anbietern von Samen sind diese bereits gebeizt. Am besten fragen Sie danach.
Aktualisiert (Samstag, 24. Oktober 2009 um 11:07 Uhr)


